Die besten Tipps für Jura-Erstis

Noch einmal Jura-Ersti sein? Wenn du noch einmal Jura studieren würdest, was würdest du anders machen? Genau das habe ich meine liebe Community auf Instagram gefragt und das Ergebnis ist verblüffend. Und genau deshalb gibt es heute für euch die besten Tipps für Jura-Erstis!

Wenn du gerade mit dem Jurastudium anfängst oder gerade angefangen hast, dann ist dieser Beitrag sicher etwas für dich.

1. Mach dich nicht verrückt

Das Jurastudium wird von außen immer als wahnsinnig schwer dargestellt und der Druck, der auf uns ausgeübt wird, ist immens hoch. Das weiß ich. Suspectaria hat das auch super dargestellt in diesem Video. Aber: Du bist ganz am Anfang. Du darfst Fehler machen. Du bist ein Jura-Ersti, kein Examenskandidat. Du darfst Sachen ausprobieren und auch scheitern. Du darfst auch dein Studentenleben ein bisschen genießen. Du darfst dir die Kraft für die Examensvorbereitung aufsparen. Also lass dich nicht verunsichern. Auch Aussagen wie „Schauen Sie nach links und rechts – Ihre Sitznachbarn werden aufhören“ sind gang und gäbe und dienen nur dazu, euch zu verunsichern. Ohren zu und durch. Wenn ihr dieses Studium durchziehen wollt, dann schafft ihr das auch. Wenn nicht, macht ihr halt was anderes. Die Erde dreht sich weiter.

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2. Bleib am Ball und lass dich nicht von Details irritieren

Du musst nicht täglich 6 Stunden lernen, alle Vorlesungen besuchen und von morgens bis abends am Schreibtisch sitzen. Aber du solltest ein bisschen am Ball bleiben, um nicht zu große Lücken entstehen zu lassen. Zwar ist es (leider) wahr, dass die meisten „Jura“ erst in der Examensvorbereitung im Repetitorium lernen, jedoch ist es immens hilfreich, wenn man zumindest bereits eine grobe Vorstellung vom Stoff hat, der einen erwartet. Also versuche, am Ball zu bleiben und nicht große Rechtsgebiete wie zB Sachenrecht gar nicht zu lernen/anzuhören, nur weil du keine Klausur dadrin schreibst. Mach jeden Tag (außer am Wochenende) ein bisschen was und du wirst mir extrem dankbar sein, wenn es an die großen Übungen und in die Examensvorbereitung geht.

Lass dich nicht von Details irritieren. Als Ersti kommt es entscheidend darauf an, die Basics zu verstehen und zu verinnerlichen. Du wirst nicht am Gutachtenstil vorbeikommen. Konzentriere dich auf die absoluten Basics: Gutachtenstil und Aufbauschemata. Tipps, wie du zuhause lernen kannst, findest du hier.

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3. Zieh es durch

Ich bin kein großer Fan vom Freischuss (dazu kann ich auch gerne noch einen Post machen), aber natürlich ist es von Vorteil, das Studium einigermaßen schnell zu beenden. Ich habe damals den Fehler gemacht, zu denken, ich muss ALLES im Zivilrecht wissen, um die große Übung zu machen, sodass ich keine Sachen parallel belegt habe wie beispielsweise große Übung im Zivilrecht und im Öffentlichen Recht. Im nächsten „Jura-Leben“ würde ich das Studium so zeitkomprimiert wie möglich gestalten und mich dann auf die Examensvorbereitung konzentrieren. Du musst keinen Freischuss schreiben aber du musst auch nicht 14 Semester Jura studieren – nur meine Meinung.

4. Fälle, Fälle, Fälle

So wie der Tipp im Examen: Probeklausuren, Probeklausuren, Probeklausuren lautet, so lautet der Tipp bis zur Examensvorbereitung: Fälle lösen! Es gibt wunderbare Fallbücher (ich werde hier keine namentlich nennen, weil ich keine Werbung machen möchte und kann). Kauft euch keine Lehrbücher (ein anderer Punkt), sondern kauft euch Fallbücher und trainiert ! Die meisten Bücher gibt es gebraucht um einiges günstiger, sodass ihr für wenig Geld viel Wissen bekommt.

5. Skripte statt Lehrbücher

Viele werden mich jetzt wahrscheinlich steinigen wollen. Setze vermehrt auf Skripte anstatt auf Lehrbücher. Es gibt auch tolle Lehrbücher, mit denen ich gerne gearbeitet habe. Jedoch sind Skripte oft mehr auf die Falllösung ausgerichtet – und in den Klausuren müsst ihr eben Fälle lösen und nicht abstrakt Wissen ausbreiten. Auch wenn jeder Prof euch SEIN Lehrbuch empfehlen wird, kauft es nicht blind. Geht in die Bibliothek und schaut euch verschiedenes Lernmaterial zu den Rechtsgebieten an, die ihr nun behandelt. Und dann entscheidet, womit ihr am besten arbeiten könnt.

6. Vergleich dich nicht

Jeder startet mit anderen Voraussetzungen. Lass dich nicht verunsichern. Kaum jemand wird Misserfolge offen zugeben und häufig werden Erfolge beschönigt dargestellt. Die Würfel werden in der Examensvorberietung neu gemischt und eure Noten bis dahin zählen NICHTS. Das ist die Besonderheit am Jurastudium. Außerdem werden eure Klausuren nicht vom Professor höchstpersönlich, sondern von WissMits – Menschen wie mir – korrigiert. Wir entscheiden später aber auch nicht im Examen, also lass dich davon nicht verunsichern. Nimm dir (ungerechtfertigte) Kritik nicht zu Herzen sondern mach einfach weiter! Schau nur auf dich und versuche, dich selbst jeden Tag zu verbessern!

7. Balance finden

Du bist nicht dein Jurastudium. Bleib deinen Freunden treu, gehe deinen Hobbys nach und suche Sachen, die dich ablenken und entspannen. Natürlich solltest du am Ball bleiben (siehe Tipp 2), aber deine Freizeit opferst du noch früh genug, spätestens in der Examensvorbereitung. Ich kann nur Sport, Freunde treffen, spazieren gehen, lesen und baden empfehlen – aber das sind meine persönlichen Stresshelfer, vielleicht hast du andere.

8. Suche nicht die perfekte Lernmethode

Ich bekomme häufig Nachrichten a la „Ich suche noch die perfekte Lernmethode“ „Ich weiß nicht, ob ich richtig lerne“ und vertraut mir, ich verstehe euch. So ging es mir auch lange. Das wichtigste ist, dass das, was ihr gerade lernt, in eurem Kopf ist und dort auch bleibt! Und wenn ihr dies durch Karteikarten, bloßem Lesen oder Zusammenfassungen schafft, ist jede Art super.

Ich kombiniere verschiedene Lernmethoden wie Karteikarten, Übersichten und Zusammenfassungen mit Fällen lösen und nacharbeiten und bin damit bisher ganz gut gefahren.

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5 Kommentare

  1. Liebe Felicitas Emilie,

    danke für deinen Podcast! Ich habe als Ersti im Februar meine ersten Prüfungen geschrieben und seit dem oft Angstzustände ob es gereicht hat. Wahrscheinlich auch einfach, weil ich ziemlich viel gelernt habe und Angst vor dem Versagen habe. Dein Podcast hat mich noch einmal beruhigt, dass das ein ganz normales Gefühl ist und auch, dass man seinen Selbstwert nicht auf Klausuren aufbauen darf. Leider bin ich aufgrund von Corona in eine Art Loch gefallen und versuche mich jetzt wieder aufzupeppeln, vor allem was mein Selbstbewusstsein und Vertrauen mir selbst gegenüber betrifft.
    Vielen Dank für deinen Podcast! Du hast mir noch mal einen Schritt dabei geholfen.
    Liebe Grüße xx

    1. Vielen vielen Dank für das liebe Feedback (und entschuldige meine späte Antwort, ich bin etwas im Examensstress). Du bist nicht alleine mit deinen Gedanken! Pass gut auf dich auf ! DU kannst dich immer an mich wenden, wenn etwas ist, mir geht es oft genauso wie dir <3

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