Examensvorbereitung in (persönlichen) Krisen

Hallo zusammen! Lange habt ihr hier nichts Neues von mir gelesen – was an meiner eigenen Bequemlichkeit lag. Ich weiß auch nie, wieviele Menschen überhaupt den Weg auf diesen Blog finden – aber für die, die ihn finden, schreibe ich gerne.

Bei niemandem von uns läuft immer alles glatt und perfekt. Auch wenn wir uns wünschen, dass das Studium – und im Jurastudium insbesondere die Examensvorbereitung wie von alleine läuft: Irgendwas kommt immer dazwischen. Sei es im Privatleben oder im gesellschaftlichen Leben, wie wir alle seit 2020 und der Corona-Pandemie gelernt haben.

Heute soll es aber um persönliche Krisen gehen – und glaubt mir, die kenne ich selbst sehr gut. Vor jeder Examensvorbereitung oder Lernphase – sei es für das 1. oder 2. Staatsexamen oder für den Schwerpunkt, dachte ich immer: 24/7 wird sich mein Leben um Jura drehen und alles andere läuft einfach mit. Spoiler: Nichts lief einfach so mit. Oder mit den Worten meiner weisen Mutter: „Irgendwas ist eh immer!“

Ohne jetzt in persönliche Dramen abzuschweifen oder mich angreifbar zu machen, denn es gibt immer Menschen, die Dinge besser oder schlechter wegstecken: Ich musste mich auch schon viele Tage und Wochen „zusammenreißen“, fürs Examen lernen, obwohl mir der Sinn nach ganz anderen Dingen stand.

Es gibt natürlich nicht DIE Lösung für alle Probleme und bei manchen Schicksalsschlägen kann man einfach nicht so tun, als sei nichts. Deswegen: Wenn ihr mit den Tipps hier nicht klar kommt oder euch nicht angesprochen fühlt, ist das ganz normal.

DISCLAIMER: Ich spreche hier natürlich nicht pathologischen Zuständen oder extremen Schicksalsschlägen!

Akzeptiere, dass es nicht perfekt ist.

Du bist in einer psychischen oder physischen Ausnahmesituation – sei es, weil es dir mental einfach bescheiden geht oder weil du nicht schlafen kannst vor lauter Sorgen und Problemen oder warum auch immer.

Irgendwas wird immer sein. Und natürlich ist es „unfair“, dass bei Person XY so etwas nicht vorgefallen ist, es ihr oder ihm vielleicht besser geht, aber das Leben ist leider einfach unfair.

Je schneller du akzeptierst, dass du ggfls. deinen „perfekt“ ausgearbeiteten Plan nicht durchführen können wirst, desto schneller wird es weitergehen. Tu es bestmöglich, so wie es dein aktueller Zustand zulässt.

Nimm dir die Zeit, die du benötigst.

Einige von uns stehen direkt nach einem Problem wieder auf und kämpft weiter. Andere brauchen etwas länger Zeit, in der sie liegen bleiben. Beides ist okay. Stress dich nicht, sondern nimm dir die Zeit, die du benötigst. Und wenn du dadurch dein Examen nach hinten schieben musst, weil es anders nicht geht, dann ist das so. Wir alle brauchen etwas Zeit, um zu heilen. Wir sind keine Maschinen.

Was kann ich tun, damit es mir besser geht?

Was tut DIR wirklich gut? Viel zu lange dachte ich, ich muss einfach die Dinge machen, die alle taten, damit es ihnen besser geht – ohne zu schauen, ob diese Lösungen zu mir passten. Mir persönlich helfen folgende Dinge (fast) immer, vielleicht ist auch etwas für dich dabei:

  • Training
  • Bewegung
  • Zeit mit engen (!) Freund*innen und Familie
  • Schlafen
  • baden
  • lesen
  • Lieblingsserie schauen
  • etwas für mich machen: sei es Spa, Beauty, Sauna etc
  • eine Stadt anschauen
  • verreisen

Mach das Beste daraus.

Ohne jetzt toxisch positiv zu klingen: Versuche den bestmöglichen Spagat zwischen „Es geht mir den Umständen entsprechend gut“ und „Ich bereite mich effektiv auf mein Examen vor“ zu schaffen. Mir persönlich hilft es manchmal – etwas zu sehr – persönliche Krisen durch Lernen und Arbeiten zu verdrängen. Auch wenn das sicher eine Bewältigungsstrategie ist, der nicht jede/r Psychologe/-in zustimmen würde, hat mir dies gerade in „Stressphasen“, wo ich einfach nur funktionieren musste, weil das nicht aufschiebbare Examen (wie es im 2. Staatsexamen ist) näher rückte.

Was lerne ich daraus?

Ich bin kein Fan davon, IMMER nur das Beste zu sehen. Manche Dinge sind einfach Mist.Punkt aus, Ende. Dennoch gibt es, (fast) immer etwas aus der Krise zu lernen – gerade wenn sie, wie oft in meinem Fall, selbstverursacht sind. Externe Krisen, wie Schicksalsschläge oder Katastrophen natürlich nicht.

Ich habe zum Beispiel schon gelernt, mehr auf MEINE Bedürfnisse zu achten, öfters nein zu sagen, Prioritäten zu setzen und mehr auf mein Bauchgefühl zu hören.

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